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Nährstoffe

Nährstoffe und ihre Auswirkungen
Nährstoffmangel & Blattveränderungen - Kalk/Calcium - Stickstoff - Phosphor - Kalium - Magnesium - Mangan



Nährstoffmangel & Blattveränderungen

Ein Mangel an Nährstoffen ist oft an den Blättern abzulesen. Um sie richtig zuordnen zu können, müssen wir unterscheiden zwischen Nährstoffen, die sich schnell und leicht in der Tomatenpflanze verteilen (Stickstoff, Kalium, Phosphor, Magnesium), und solchen, die nicht so beweglich sind (Mangan, Eisen, Schwefel, Bor). Ein Mangel an den "beweglichen" Nährstoffen bewirkt zunächst eine Schädigung der älteren Blätter. Die besser versorgten jungen Blätter bleiben zunächst gesund. Eine Unterversorgung mit den "unbeweglichen" Nährstoffen trifft dagegen zuerst die jungen Blätter.

Welche Unterscheidungsmöglichkeiten gibt es:

Alte Blätter
Gelbverfärbung, ganzes Blatt: Stickstoffmangel
Gelbverfärbung, am Blattrand: Kaliummangel
Gelbverfärbung, zwischen den Blattadern: Magnesiummangel
Rotverfärbungen: Phosphormangel

Junge Blätter
Gelbverfärbung, ganzes Blatt: Calcium- und Schwefelmangel
Gelbverfärbung, zwischen den Blattadern: Mangan- und Eisenmangel
Absterben der Sprossspitzen: Bormangel

Die Zuordnung ist in den wenigsten Fällen völlig eindeutig, da oft verschiedene Mangelerscheinungen kombiniert sind oder durch einen Überschuss an einem anderen Nährstoff erzeugt werden.


Kalk / Calcium

Calcium ist ein wichtiger Bestandteil von Pflanzen und Boden. Es steuert viele biochemische Prozesse der Pflanze, festigt die Zellwände, regt das Bodenleben an, bindet Säuren im Boden, hilft abgestorbene Pflanzenbestandteile abzubauen, sorgt für eine lockere Krümelstruktur und vieles mehr.

Calcium wird dem Boden durch Kalkung zugeführt. Dadurch wird auch der pH-Wert des Bodens verändert, je mehr Kalk, um so höher wird er. Optimale Werte für Sandboden: pH 5,5 (Vorsicht, Sandböden vertragen nur geringe Mengen). Je nach Sandanteil sollten lehmige oder tonige Böden auf pH 6 - 7 angereichert werden. Kalk besser nicht zusammen mit Stallmist ausbringen, denn Kalk treibt Stickstoff in Form von Ammoniakgas aus dem Mist heraus.

Ein Mangel an Kalk verursacht an jungen Blättern das Gelbwerden (Chlorose). Ältere Blätter bleiben grün. Das Wurzelwachstum ist verringert und das Auftreten der Blütenendfäule wird begünstigt. Außerdem benötigen Tomaten zur Ausbildung eines guten Geschmackes reichlich verfügbares Calcium. Ein Ca-Mangel kann auch durch Überdüngung mit Kalium und/oder Magnesium hervorgerufen werden.

Eine Überdüngung mit Kalk macht den Boden stark alkalisch (> pH 8) und verdrängt das Kali. Dadurch wird das Wachstum begrenzt und es wird das Auftreten der Grünkragigkeit begünstigt.


 Stickstoff

Stickstoff ist ein essentieller Bestandteil jeder organischen Materie. Wachstum ist ohne Stickstoff nicht möglich. Pflanzen nehmen ihn in Form von Ammonium- oder Nitratsalzen auf. Dem Boden wird Stickstoff in erster Linie als Kompost zugeführt. Da er im Kompost organisch gebunden ist und nur langsam pflanzenverfügbar, d.h. mineralisiert wird, ist bei der Düngung von Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf im allgemeinen eine zusätzliche Gabe Stickstoff notwendig, z.B. Hornspäne oder Mist. Rein mineralische Stickstoffdüngung ist aus verschiedenen Gründen nicht empfehlenswert.

Eine optimale Stickstoff-Versorgung wird angezeigt durch dunkelgrüne, feste Blätter.

Ein Stickstoffmangel äußert sich in erster Linie durch reduziertes Wachstum und hellgrüne bis gelbliche Blätter. Die Früchte bleiben klein und die Pflanzen sehen kümmerlich aus. Abhilfe erfolgt z.B. durch Ausbringen von Hornspänen, Gründünger, Brennesseljauche, Guano oder organischem Dünger mit Langzeitwirkung.

Bei Tomaten erfolgt leicht eine Überdüngung mit Stickstoff. Die Pflanzen schießen dann in die Höhe und bilden oben viele neue Blätter, die sich nach unten einrollen und wie Schöpfe aussehen (Schopfbildung, siehe Bild). Sie verlieren ihre Festigkeit und sind damit anfällig für Schädlingsbefall und Pilzkrankheiten. Auch der Wind kann ihnen leichter etwas anhaben. Die starke Blattbildung geht zu Lasten der Bildung von Blüten und Früchten. Das Ausbringen von gehäckseltem Stroh kann die Auswirkungen einer Stickstoff-Überdüngung mindern, da das Stroh den Stickstoff an sich bindet.



Phosphor

Phosphor erfüllt verschiedene essentielle Funktionen beim Aufbau und Metabolismus von Lebewesen. Die Trockenmasse von Pflanzen enthält ca. 0,2 % Phosphor. Um den im Boden vorkommenden Phosphor für den Stoffwechsel verfügbar zu machen, muss organisch oder anorganisch gebundener Phosphor als Phosphat freigesetzt werden. Viele Mikroorganismen, Pilze und Pflanzen geben daher Enzyme in den Boden ab, die für diese Umwandlung sorgen.

Ein Phosphor-Mangel führt zu später und kleiner Blüte. Die Blattadern und Stiele älterer Blätter werden rötlich. Die Oberseite sieht schmutzig-grün bis bräunlich-violett aus (siehe Bild). Blätter und Stängel fühlen sich starr an. Es werden wenig Früchte ausgebildete.

Auch ein Überschuss führt zu Wachstumsstörungen, hauptsächlich weil zu viel Phosphor die Aufnahme von Eisen und Kupfer durch die Pflanze verhindert. Bei einer Überprüfung niederösterreichischer Gartenbesitzer zeigte sich, dass bei der Mehrzahl der Gemüsegärten viermal so viel Phosphor im Boden vorhanden war, wie benötigt wurde. Ursache ist meist eine Überdüngung mit stark Phosphat-haltigen Düngern.



Kalium

Kali (Kalium) ist ein leicht löslicher Hauptdünger und verstärkt bei Pflanzen die Stoffwechselprozesse: Die Photosynthese wird intensiviert, die Umwandlung von Traubenzucker (Glucose) in Stärke und der Aufbau von Eiweiß beschleunigt. Er fördert Geschmack, Lagerfähigkeit, Reife und Süße von Tomaten. Eine ausreichende Kalidüngung bewirkt weiterhin eine bessere Anpassung der Pflanze an Trockenheit und Frosthärte. Indirekt wird die Standfestigkeit der Pflanzen erhöht.

Bei Mangel verdunsten die Pflanzen mehr Wasser, dadurch erschlaffen die Pflanzen schneller, die Blattränder und -spitzen verfärben sich braun und trocknen ein
(Chlorose). Die älteren Blätter sind am stärksten betroffen. Reifende Tomaten können scheckig aussehen.

Ein Kalimangel tritt besonders leicht bei feuchten, sandigen Böden auf. Abhilfe erfolgt durch Gaben von Gesteinsmehl, Holzasche, Dung bzw. Mist oder durch spezielle Kalidünger. Sandböden können durch Lehm- oder Tonboden aufgewertet werden, damit sie das Kali besser halten können.

Eine Überdüngung führt zu Wachstumshemmungen. Magnesium und Kalk können dadurch festgelegt werden, d.h. die Pflanze leidet dann unter Magnesium- und Kalkmangel.


Magnesium

Im Blattgrün der Pflanzen, dem Chlorophyll, ist Magnesium zu etwa 2 % enthalten. Dort bildet es das Zentralatom des Chlorophylls.

Bei einem Mangel an Magnesium, kann der Blattfarbstoff nicht in ausreichender Menge gebildet werden. Die Pflanzen etiolieren ähnlich wie bei Lichtmangel, der ebenfalls zu einer unzureichenden Chlorophyll-Produktion führt. Etiolieren heißt ein deutlich beschleunigtes Längenwachstum, mit dem die Pflanze versucht, an eine Lichtquelle zu kommen. Umgangssprachlich wird es auch “Vergeilen” genannt. Magnesiummangel zeigt sich weiterhin an den Blättern, die zwischen den Blattadern gelb und später braun werden (Chlorose). Die Tomate zieht das Magnesium aus älteren Blättern ab und baut es in die jüngeren Blätter ein. Ein Mangel kann entweder durch die Auslaugung des Bodens oder durch einen zu hohen pH-Wert hervorgerufen werden, der die Aufnahme durch die Pflanze behindert. Ein Bodentest kann darüber Aufschluss geben. Ist der pH-Wert normal, kann Magnesium durch Gabe von Bittersalz dem Boden zugeführt werden.

Bei einem Überschuß an Magnesium kann es zu einer Störung der Aufnahme anderer Nährstoffe kommen.



Mangan

Mangan (als Mn2+-Ion) hat einen direkten Einfluß auf die Photosynthese und beeinflusst verschiedene Stoffwechsel-Funktionen. Die Anreicherung von Inhaltsstoffen wie Zitronensäure und Vitamin C wird durch Mangan gefördert.

Ein Manganmangel äussert sich durch gelbe Verfärbungen an den Blatträndern, wobei aber Blattadern und angrenzende Blattflächen grün bleiben. Die Triebspitzen der Tomaten sterben ab. Längenwachstum und Wurzelbildung sind gestört. Ein Manganmangel tritt bei kalkreichen, alkalischen Böden (hoher pH-Wert) auf. Hierdurch wird die Aufnahme von vorhandenem Mangan blockiert. Bei leichten Böden kann Mangan bei kräftigen Niederschlägen ausgewaschen werden.

Ein Manganüberschuss tritt bei sauren Böden auf, da hier vermehrt Mangan-Ionen freigesetzt werden. Der Überschuss induziert in der Pflanze einen Mangel an Eisen, Magnesium und/oder Calcium. Die Symptome entsprechend dann den entsprechenen Mangelerscheinungen an diesen Nährstoffen.

Abhilfe schafft eine Regulierung des Boden-pH-Wertes und Düngung mit manganhaltigen Düngern.