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Gewinnung von Tomatensamen

Tipps zur Gewinnung von Tomatensamen
Es gibt eine Vielzahl von Methoden zur Gewinnung von Tomatensamen. Angefangen vom einfachen Ablutschen und Ausspucken der Samen auf ein Tuch oder einen Teller, bis hin zur exakten Einstellung des pH-Wertes mit Säure, um die gallertartigen Umhüllungen aufzulösen. Auch die Vergärung der ausgequetschten Tomaten wird oft empfohlen, führt aber meist zu einer unangenehmen Geruchsentwicklung und anschliessenden kritischen Bemerkungen selbst der besten aller Ehefrauen (bzw. des besten Ehemannes).

Entscheidend bei der Samengewinnung ist, dass möglichst viel der glibbrigen Masse, die die Samen umgibt, entfernt wird. Bleibt die ganze Masse an den Samen haften, so kleben sie auch nach dem Trocknen zusammen und lassen sich kaum vereinzeln. Die Methode der Samenfreilegung muss dabei aber auch ausreichend schonend sein, um die Keimfähigkeit der gewonnenen Samen zu erhalten. Leider habe ich schon oft Samen bekommen, von denen nur wenige auskeimten.

Über die Jahre hinweg habe ich meine eigene Methode entwickelt, die ich hier vorstellen möchte. Die so gewonnenen Samen haben regelmässig eine Keimrate von über 90% und können lange Zeit aufbewahrt werden.
Bilder zum Vergrössern anklicken!
Was wird benötigt?

  • ein Teesieb
  • ein Schnapsglas (bzw. mehrere, wenn gleichzeitig verschiedene Sorten bearbeitet werden sollen)
  • passende Papierdeckel (einfach ein quadratisches Stück Papier, das über den Glasrand gedrückt wird); Bierdeckel o.ä. würden es auch machen
  • ein (oder mehrere) Teller, darauf etwas saugfähiges Papier und wieder darauf ein Leinen- oder Baumwolltuch
  • und natürlich die Tomaten und Zettelchen mit den Sortennamen

Das ist alles - es kann losgehen!
Der erste Schritt:

Das Samen-haltige Fruchtfleisch einer oder mehrerer reifer, gesunder Tomaten wird in einem Schnapsgläschen gesammelt.
Der zweite Schritt:

Samen und
Fruchtfleisch werden in das Teesieb gegeben. Unter fliessendem Wasser wird das Fruchtfleisch durch das Sieb gespült. Ich drücke dabei mit kreisenden Bewegungen kräftig mit einem Finger auf den Samen herum. Das schadet ihnen nicht. Das Bild zeigt die Samen ohne Fruchtfleisch aber noch mit der störenden Gallerthülle.
Der dritte Schritt:

Die gewaschenen Samen kommen zurück ins Schnapsglas. Mit Wasser auffüllen, einen Papierdeckel drauf und die Sortenbezeichnung nicht vergessen. Nun dürfen sie 3-4 Tage stehen. Ab und zu entsteht am letzten Tag ein wenig Schimmel, der aber nicht stört. Eine Geruchsbelästigung habe ich während dieser Zeit noch nie bemerkt. Bei uns stehen die Gläschen am Küchenfenster auf der Fensterbank, aber ich denke die Hauptsache ist: schön warm. Während dieser Zeit wird die Flüssigkeit im Gläschen trübe (Bild unten) und die Gallertmasse um die Samen quillt auf.
Der vierte Schritt:

Die gequollenen Samen werden in das Teesieb gegeben. Die Gallertmasse ist anfangs immer noch vorhanden, lässt sich aber nun fast vollständig durch das Sieb drücken. Die Oberfläche der Samen sollte sich nach der Behandlung leicht rauh (pelzig) und nicht mehr glibbrig anfühlen.
Der fünfte Schritt:

Die Samen werden auf einen Teller, auf dem ein Baumwoll- oder Leinentuch liegt, ausgebreitet. Wenn möglich sollten sie sich dabei nicht berühren. Saugfähiges Papier (z.B. Küchen- oder Serviettenpapier) ist als direkte Unterlage nicht geeignet, da die Samen daran festkleben würden. Das Küchenpapier kann aber unter das Tuch gelegt werden, um die Feuchtigkeit besser aufzunehmen. Damit trocknen die Samen schneller.
Der sechste Schritt:

Die Samen werden nun einige Tage getrocknet (3-4 Tage erscheinen mir ausreichend).
Eventuell müssen sie, wenn sie trocken sind, leicht mit dem Fingernagel vom Tuch gelöst werden. Dann kommen sie zur Aufbewahrung in kleine PE-Tütchen oder andere gut verschliessbare Gefässe. Fertig! Die Samen sind nun 5 - 10 Jahre (je nach Lagerungsbedingungen) haltbar.